Wohnung vermieten und verwalten: was im Alltag wirklich zählt
Eine Wohnung vermieten klingt einfach. Der Alltag ist es nicht. Auf dieser Seite geht es um die Themen, die wirklich Arbeit machen. Schimmel steht ganz oben, deshalb bekommt er hier den größten Abschnitt. Danach geht es um Schönheitsreparaturen und um die Eigentümergemeinschaft. Dann um Hausverwaltung und Nebenkosten. Christians Firma verwaltet rund 4.000 Wohneinheiten im Ruhrgebiet. Die Beispiele hier kommen aus diesem Alltag.
Schimmel in der Wohnung: Ursache finden statt übermalen
Schimmel ist das Thema Nummer eins zwischen Mietern und Vermietern. Er macht Angst. Er führt zu Streit. Und er kommt wieder, wenn man nur die Farbe erneuert.
Wie Schimmel entsteht
Schimmel braucht drei Dinge: Feuchtigkeit, eine kühle Fläche und etwas zu fressen. Tapete und Kleber reichen ihm völlig.
Warme Luft nimmt viel Wasser auf. Kühlt sie an einer kalten Wand ab, gibt sie das Wasser wieder ab. Es setzt sich an der Wand fest. Genau dort wächst dann der Schimmel.
Deshalb sitzt Schimmel fast immer an denselben Stellen. Hinter dem Schrank an der Außenwand. In der Zimmerecke, am Fensterrahmen, im Bad.
Die häufigsten Ursachen
- Zu wenig Lüften, besonders im Winter
- Wäsche, die in der Wohnung trocknet
- Möbel direkt an der kalten Außenwand
- Ein Bauteil, das Wärme durchlässt, etwa ein alter Fensterbereich
- Neue dichte Fenster in einem alten Haus, ohne geändertes Lüften
- Ein Wasserschaden, der nie richtig getrocknet wurde
- Ein Rohrbruch oder Wasser von außen
Wichtig: Es ist nicht immer der Mieter schuld. Und es ist nicht immer das Haus schuld. Oft kommt beides zusammen.
Was Mieter tun sollten
- Melde den Schimmel sofort schriftlich. Kurze Nachricht, Datum, Foto. Nicht warten, bis es größer wird.
- Mach Fotos mit einem Maßstab daneben. Ein Zollstock oder ein Blatt Papier reicht.
- Lüfte richtig. Kurz und ganz öffnen, mehrmals am Tag. Ein gekipptes Fenster kühlt nur die Wand aus.
- Heize gleichmäßig. Auch Räume, die du wenig nutzt. Kalte Räume sind Schimmelräume.
- Rücke Möbel von der Außenwand ab. Ein paar Zentimeter Luft helfen viel.
- Trockne Wäsche mit offenem Fenster oder in einem anderen Raum.
- Übermale den Fleck nicht. Damit verschwindet nur der Beweis, nicht die Ursache.
Bei größeren Flächen oder bei Beschwerden wie Husten solltest du nicht selbst putzen. Dann ist Fachhilfe sinnvoll.
Was Vermieter tun müssen
Als Vermieter musst du reagieren, wenn ein Mangel gemeldet wird. Ignorieren ist der teuerste Weg.
- Melde dich schnell. Auch eine kurze Antwort beruhigt.
- Schau selbst hin. Termin machen, Fotos machen, Stellen notieren.
- Suche die Ursache. Ist es die Bausubstanz? Ist es das Lüften? Ist es Wasser von außen?
- Miss nach. Feuchtigkeit in der Wand und Temperatur der Oberfläche sagen mehr als jede Vermutung.
- Hol bei Streit einen Sachverständigen. Er ist neutral. Das beendet viele Diskussionen.
- Beseitige die Ursache, dann den Schaden. In dieser Reihenfolge.
- Dokumentiere alles. Datum, Fotos, Schriftverkehr, Rechnungen.
Ursache finden statt streiten
Der häufigste Fehler: Beide Seiten streiten über die Schuld, bevor jemand die Ursache kennt. Das kostet Monate. Und der Schimmel wächst weiter.
Der bessere Weg ist einfach. Erst messen, dann reden. Ein Fachmann braucht dafür etwa eine Stunde. Er sieht, ob es eine kalte Stelle im Bauteil gibt. Oder ob die Luft im Raum zu feucht ist.
Wenn die Ursache klar ist, ist auch die Lösung klar. Manchmal reicht ein anderes Lüftungsverhalten. Manchmal muss gedämmt oder abgedichtet werden. Manchmal muss ein Rohr repariert werden.
Ein Hinweis zur Rechtslage: Wer den Schaden am Ende zahlt, hängt vom Einzelfall ab. Dazu gibt es hier bewusst keine allgemeine Aussage. Frag im Streitfall eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt.
Schönheitsreparaturen: wer streicht beim Auszug?
Schönheitsreparaturen sind die einfachen Arbeiten, die eine Wohnung wieder frisch machen. Streichen, Tapezieren, kleine Ausbesserungen an Wänden, Decken und Heizkörpern.
Was oft falsch verstanden wird
Viele glauben, der Mieter müsse beim Auszug immer streichen. So einfach ist es nicht. Ob und wie diese Pflicht wirksam vereinbart wurde, hängt am Vertrag. Alte Formulierungen mit festen Fristen sind häufig ein Problem.
Ebenso wichtig: In welchem Zustand war die Wohnung beim Einzug? Wer eine unrenovierte Wohnung übernimmt, steht anders da als jemand, der frisch gestrichen einzieht.
Was in der Praxis hilft
- Ein Übergabeprotokoll beim Einzug und beim Auszug, mit Fotos
- Klare, aktuelle Formulierungen im Mietvertrag
- Ehrliche Absprachen statt Streit um jede Bohrung
- Ein realistischer Blick auf normale Abnutzung
Normale Abnutzung ist kein Schaden. Ein Loch von einem Regal gehört zum Wohnen. Ein kaputtes Waschbecken nicht.
Auch hier gilt: keine Rechtsberatung auf dieser Seite. Lass deinen Mietvertrag einmal prüfen, wenn er älter ist.
Die Eigentümergemeinschaft verstehen
Wer eine Eigentumswohnung besitzt, gehört automatisch zu einer Gemeinschaft. Kurz WEG genannt.
Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum
Dir allein gehört deine Wohnung innen. Das ist das Sondereigentum.
Allen zusammen gehören Dach, Fassade, Treppenhaus, Leitungen im Haus und das Grundstück. Das ist das Gemeinschaftseigentum.
Wichtig für dich: Über Reparaturen am Gemeinschaftseigentum entscheidest du nicht allein.
Wie Entscheidungen fallen
Einmal im Jahr gibt es die Eigentümerversammlung. Dort wird abgestimmt. Über den Wirtschaftsplan, über Reparaturen, über die Verwaltung.
Geh dort hin. Wer nie kommt, wundert sich später über Beschlüsse und Rechnungen.
Die Rücklage
Die Gemeinschaft spart Geld für große Arbeiten an. Das ist die Instandhaltungsrücklage. Ist sie zu klein, kommt bei einer großen Sanierung eine Sonderumlage. Dann musst du auf einen Schlag zahlen.
Deshalb ist die Höhe der Rücklage schon beim Kauf so wichtig. Mehr dazu unter Immobilie kaufen Schritt für Schritt.
Welche Aufgaben eine Hausverwaltung hat
Eine gute Verwaltung merkt man erst, wenn sie fehlt. Diese Aufgaben gehören dazu.
Kaufmännisch
- Hausgeld und Mieten einziehen
- Rechnungen prüfen und bezahlen
- Wirtschaftsplan aufstellen
- Jahresabrechnung erstellen
- Rücklage verwalten
Technisch
- Das Gebäude regelmäßig anschauen
- Reparaturen beauftragen und kontrollieren
- Prüfungen im Blick behalten, etwa an Heizung und Aufzug
- Angebote einholen und vergleichen
- Bei Schäden schnell reagieren
Rechtlich und organisatorisch
- Versammlung einladen, leiten und protokollieren
- Beschlüsse umsetzen
- Ansprechpartner für Eigentümer und Mieter sein
- Fristen im Blick behalten
Woran du eine gute Verwaltung erkennst
- Sie meldet sich zurück, auch wenn es dauert.
- Sie erklärt Abrechnungen verständlich.
- Sie hat Handwerker, die wirklich kommen.
- Sie sagt auch mal ehrlich, dass etwas teuer wird.
Rund 4.000 Wohneinheiten im Ruhrgebiet werden von Christians Firma verwaltet. Der Alltag besteht aus genau diesen Punkten. Weniger Glanz, mehr Organisation.
Nebenkosten richtig abrechnen
Die Nebenkostenabrechnung sorgt jedes Jahr für Fragen. Ein paar Grundlagen helfen beiden Seiten.
- Es dürfen nur Kosten umgelegt werden, die vereinbart und umlagefähig sind.
- Die Kosten müssen nach einem klaren Maßstab verteilt werden, etwa nach Fläche oder Verbrauch.
- Es gibt Fristen für Abrechnung und für Einwände. Sie sind wichtig.
- Mieter dürfen die Belege einsehen.
- Eigene Verwaltungskosten des Vermieters gehören in der Regel nicht in die Abrechnung.
Sammle Belege das ganze Jahr über an einem Ort. Dann wird die Abrechnung zur Fleißarbeit statt zur Suchaktion.
Auch das hier ist nur eine Übersicht. Für deinen Vertrag und deine Abrechnung gilt der Einzelfall. Frag im Zweifel eine Fachperson.
Wer statt dauerhaft lieber möbliert und kurz vermietet, hat andere Regeln und andere Arbeit. Was dabei zu beachten ist, steht unter Kurzzeitvermietung und Airbnb.
Deine Pflichten als Vermieter im Überblick
- Die Wohnung in nutzbarem Zustand übergeben und halten
- Gemeldete Mängel prüfen und beseitigen
- Sicherheit im Haus gewährleisten, etwa Beleuchtung und Winterdienst organisieren
- Heizung und Warmwasser sicherstellen
- Abrechnungen fristgerecht erstellen
- Die Kaution getrennt vom eigenen Geld anlegen
- Termine ankündigen, statt einfach zu klingeln
Diese Liste ersetzt keine Rechtsberatung. Sie zeigt nur, worum du dich als Vermieter kümmern musst.
Du willst dich später von einem Objekt trennen? Dann hilft dir Immobilie verkaufen Schritt für Schritt. Wie dieser Alltag im Podcast klingt, hörst du bei Christian Gottschling.
Checkliste für Vermieterinnen und Vermieter
- Übergabeprotokoll mit Fotos bei Einzug und Auszug
- Zählerstände immer notieren
- Mietvertrag auf alte Formulierungen prüfen lassen
- Erreichbarkeit klären: Wer nimmt Mängel an?
- Mängelmeldungen schriftlich beantworten, schnell
- Bei Schimmel zuerst die Ursache messen lassen
- Handwerkerliste mit erreichbaren Betrieben pflegen
- Belege für die Nebenkosten das ganze Jahr sammeln
- Termine der Eigentümerversammlung im Kalender
- Protokolle der Versammlung lesen und ablegen
- Rücklage für Reparaturen aufbauen
- Versicherungen einmal im Jahr prüfen
- Alles dokumentieren: Datum, Foto, Schriftverkehr
Folgen zu diesem Thema
Im Podcast „Irgendwas mit Immobilien“ geht es oft um den Alltag im Bestand. Um Schimmel, um Streit im Haus und um Verwaltung. Und um die Frage, was man besser selbst macht. Hier findest du die passenden Folgen.
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Häufige Fragen zum Vermieten und Verwalten
Wer ist bei Schimmel schuld, Mieter oder Vermieter?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es kommt auf die Ursache an. Manchmal liegt es am Lüften und Heizen, manchmal am Gebäude, oft an beidem. Deshalb sollte zuerst gemessen werden, bevor über Schuld gestritten wird.
Was muss ich als Mieter bei Schimmel sofort tun?
Melde ihn schriftlich mit Datum und Foto. Lüfte kurz und kräftig, statt das Fenster zu kippen. Heize auch wenig genutzte Räume. Und übermale den Fleck nicht, sonst ist der Nachweis weg.
Hilft Lüften wirklich gegen Schimmel?
Richtiges Lüften hilft sehr. Kurz und ganz öffnen, mehrmals am Tag, im Winter nur wenige Minuten. Es hilft aber nicht, wenn die Ursache ein Bauschaden oder ein Wasserschaden ist.
Muss der Mieter beim Auszug streichen?
Das hängt vom Mietvertrag und vom Zustand beim Einzug ab. Alte Vertragsklauseln mit starren Fristen sind oft unwirksam. Lass den Vertrag im Zweifel von einer Fachperson prüfen.
Was macht eine Hausverwaltung genau?
Sie kümmert sich um Geld, Technik und Organisation. Also um Hausgeld und Abrechnung, um Reparaturen und Prüfungen, um Versammlung und Beschlüsse. Sie ist der feste Ansprechpartner für alle im Haus.
Was ist eine Sonderumlage?
Eine zusätzliche Zahlung aller Eigentümer, wenn die Rücklage für eine große Maßnahme nicht reicht. Sie wird auf der Eigentümerversammlung beschlossen. Deshalb lohnt der Blick auf die Rücklage vor dem Kauf.
Wie lange habe ich Zeit für die Nebenkostenabrechnung?
Für Abrechnung und Einwände gelten feste Fristen. Sie sind wichtig, weil eine verspätete Abrechnung Folgen haben kann. Die genauen Regeln solltest du im Einzelfall mit einer Fachperson klären.

